Wie erfolgt die Wohnflächenberechnung nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV)?

Als Wohnfläche wird die anrechenbare Grundfläche der Wohnräume eines Gebäudes bezeichnet. Die tatsächliche Grundfläche stimmt dabei nicht mit der Wohnfläche überein, da bestimmte Flächen abgezogen werden. Als Wohnfläche in einer Wohnung oder einem Haus gelten laut Wohnflächenverordnung (WoFlV) die Flächen folgender Räume:

  • Wohnzimmer

  • Schlaf- und Kinderzimmer

  • Küchen

  • Esszimmer

  • Flure

  • Badezimmer und WCs

  • Neben- und Abstellräume

Weiterhin können Wintergärten, Balkone, Loggien oder Terrassen ganz bzw. teilweise zur Wohnfläche gerechnet werden. Außen vor bleiben bei der Wohnflächenberechnung nach der Wohnflächenverordnung

  • Keller- und Abstellräume außerhalb der Wohnung,

  • Hausflure,

  • Heizungsräume,

  • Garagen sowie

  • Grundflächen mit einer lichten Höhe unter einem Meter.

Bei der Ermittlung der anrechenbaren Grundfläche gibt es verschiedene Abzugsflächen, so zum Beispiel Bekleidungen, Pfeiler oder Vormauerungen mit einer Grundfläche von mehr als 0,1 Quadratmeter, Treppen mit mehr als drei Stufen oder auch Fenster- und Wandnischen.

Bei Dachschrägen entscheidet die Raumhöhe. Folgende Grafik zeigt, dass Raumhöhen unterhalb eines Meters zu 0 Prozent angerechnet werden. Ab einem bis zu 2 Metern zu 50 Prozent. Sowie Raumhöhen oberhalb von 2 Metern zu 100 Prozent angerechnet werden.

Wohnflächenberechnung nach DIN 277

Neben der Wohnflächenberechnung nach WoFlV gibt es eine weitere Berechnungsmethode, die in der DIN-Norm 277 „Grundflächen und Rauminhalte von Bauwerken im Hochbau“ beschrieben wird. Bei diesem Verfahren werden nicht direkt Wohnflächen, sondern Funktions-, Nutz- und Verkehrsflächen ermittelt.

Separat ausgewiesen und zu 100 Prozent angerechnet werden dabei auch Balkone, Terrassen oder Loggien. Dadurch wird im Endergebnis eine deutlich höhere Fläche ermittelt als bei der oben genannten Methode der Wohnflächenberechnung.

Wohnflächenberechnung: Schritt für Schritt-Anleitung

Sie wollen überprüfen, ob die angegebene Wohnfläche der tatsächlichen Wohnfläche entspricht? Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung können Sie die Wohnfläche selbst berechnen:

  • Räume und Raumteile mit einer Deckenhöhe von zwei Metern werden vollständig als Wohnfläche angerechnet

  • Räume und Raumteile mit einer Deckenhöhe zwischen einem und zwei Metern werden zu 50 Prozent als Wohnfläche angerechnet

  • Räume und Raumteile mit einer Deckenhöhe unter einem Meter werden gar nicht als Wohnfläche angerechnet

  • die Fläche von Wintergärten, Balkonen, Loggien und Terrassen wird in der Regel zu 25 Prozent als Wohnfläche angerechnet (in einzelnen Fällen auch zu 50 Prozent)

  • Tür-, Fenster- sowie Wandnischen müssen bis zum Boden reichen und eine Mindesttiefe von 13 Zentimetern haben, um als Wohnfläche angerechnet werden zu können

  • Flächen unter der Treppe werden erst ab einer Höhe von einem Meter oder ab der dritten Treppenstufe als Wohnfläche angerechnet

Folgende Flächen werden nicht als Wohnfläche angerechnet:

  • Kellerräume

  • Abstellräume sowie Kellerersatzräume außerhalb des Wohngebäudes

  • Waschküchen

  • Bodenräume

  • Trockenräume

  • Heizungsräume

  • Garagen

  • Geschäftsräume